So wird hier gefahrn



Der alltäglich Ausritt mit dem Bus ist sicher nicht nach dem Geschmack eines Europäers geschweigeden eines Deutschen. Pünktlichkeit gibt es nicht - oder ich drück es besser anders aus. Es gibt keine genauen Busfahrpläne, noch öffentliche Pläne wohin welcher Bus fährt. Da muss man sich immer durchfragen, oder man weis schon vorher welcher Bus wohin fährt. Ansonsten gibt es noch eine Möglichkeit sich im Inet schlau zu machen, aber beim Durcheinander auf der Seite, ist Fragen die schnellste und bequemste Variante - allerdings sollte man auch verstehen wie hier was funktioniert :)

Ist man erst einmal im Bus drin, dann hat man die erste Hürde schon gemeistert. Abgesehen von den Bushaltestellen, kann man nahezu überall einsteigen - insofern der Busfahrer gerade in der Stimmung und die Türe aufmacht. Das ist aber meistens der Fall. Allerdings muss man dem Busfahrer immer mit einem Handzeichen signaliseren, dass man einsteigen möchte - ohne dies, hält hier definitiv kein Bus. Bezahlen tuht man immer 5 Pesos, was gute 20 cent sind und dann kann man so ziemlich überall hinfahren. Beim Wechsel des Buses ist aber ein neues Ticket notwendig.

Zum Fahrstil gibt's glaube nicht viel zu sagen. Jeder Busfahrer fährt so schnell er kann und versucht dabei soviele Huckel mitzunehmen und Autos bzw. andere Busse zu überholen, wie möglich. Wer sich nicht rechtzeitig festhält, der klebt bereits nach wenigen Metern an der Scheibe oder am Nachbarmann, denn zu den Stoßzeiten sind die Busse mehr als voll. Da muss man teilweise Glück haben, dass man noch irgendwie hineinkommt. Da kommt es auch schon vor, dass der Busfahrer mal eine Station mit offener Tür fährt - wobei eigentlich ein großen Schild über der Tür hängt, das eindeutig besagt, dass der Bus nur mit geschlossenen Türen losfährt. Mit Strfen und Regeln bezüglich des öffentlichen Verkehrs scheint es hier aber eh keiner so ernst zu nehmen.

Zum einen gibt's Autos, die würden wir in Europa nicht mal noch für Crashtests verwenden und auf der anderen Seite gibts echte Hightechschlitten. So nach dem Motto - höher, größer, breiter - mich hält hier niemand auf. Wer sich leisten kann, fährt hier auch mal das neuste Audi- bzw. BMW-modell. Die Spanne zwischen Luxusauto und Seifenkiste ist einfach riesig!

Ach ja, während man in China hauptsächlich mit den Fahrad fährt, steht hier das Auto an erste Stelle. Das Verhältnis - hab mal versucht zu zählen - tendiert extrem zum Auto. Nachdem ich ca. 10.000 Autos oder vllt auch noch 10 Mal soviele Autos gesehen hab, erblicke ich dann doch mal wieder ein Fahrad. Das scheint dann aber wieder einer aus der Abteilung "Lebensmüde bis Selbstmord" zu sein. Anders kann ich es mir zumindestens nicht erklären, dass man hier freiwillig mit dem Rad fährt. Zum einen nimmt kein Autofahrer Rücksicht - immer nach dem Motto, mich hält hier nichts auf - und zum anderen sind die vielen Tempobremsen (gibt eine Menge von so Huckeln auf der Straße, damit man das Tempo ein bisschen runterschraubt) und zahlreiche Löcher vorhanden - in denen kann man bei Bedarf sicher auch ne Leiche verschwinden lassen. Wer hier also mit dem Rad fährt, denn erklär ich mal für lebensmüde! oder manchmal hab ich auch schon überlegt, ob dass nicht so ein Typ - no risk, no fun - ist. Möglich wär's sicher. Stellt sich nur die Frage, was einem mehr wert ist.

Jaja, so sind der öffentliche Verkehr hier aus. Bleibt nur noch ein kurzes Wort ueber die Taxis zu verlieren. Den Preis sollte man immer davor verhandeln und möglichst auch auf spanisch. Sobald man als nicht spanisch-sprechender Tourist abgestempelt wird, kann man schon mal nen höheren Preis erwarten. Zum Glück gibt ja hier so viele Busse. Da spar ich mir das Taxifahrn und nehm stattdessen jeden Tag das Abenteuer Busfahrn auf mich. Bisher bin ich auch noch ganz zufrieden, wobei die Stange zum festhalten vllt ein paar centimenter höher angebracht werden muss. Wenn ich nicht aufpasse, haue ich mir jedes Mal den Kopf ein. Der Durchschnittsmexikaner reicht wahrscheinlich nur bis zu meinem Bauchnabel :).



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